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In der letzten Januarwoche machte sich der Geschichts-Zusatzkurs Q2 von Frau Hilgenberg und der Geschichts-Grundkurs Q2 von Frau Volkmann zusammen auf den Weg nach Köln, um vor Ort über die Geschichte der Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus zu lernen und eine Gedenkstätte zu besuchen.

Von unserer Exkursion berichten Michelle Wittwer und Lina Göbel:

„Um 11:45 Uhr trafen wir uns am Haupteingang der Schule und liefen gemeinsam zum Bahnhof. Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt und 10 Minuten Fußweg haben wir das Ziel – das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln – erreicht. Wir hatten zunächst die Gelegenheit, uns in einer Ausstellung zum Thema Jugend in der NS-Zeit umzusehen. Im Anschluss wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und nahmen an einer Führung durch das Gebäude, welches in der Zeit des Nationalsozialismus das Kölner Hauptquartier der Gestapo war, teil. Der Höhepunkt der Führung war für uns der Keller des Hauses, in dem sich damals Gefängniszellen befanden. In den ehemaligen Zellen angekommen, machte sich ein durch die Enge erzeugtes bedrückendes Gefühl breit. An den Zellenwänden konnten wir viele original erhaltene Inschriften der Häftlinge betrachten. Diese hatten sie während ihrer Gefangenschaft mit diversen Mitteln, z. B. Kohlestücken, Lippenstift oder sogar mit ihren eigenen Fingernägeln dort hineingeritzt. Den Inschriften war zu entnehmen, dass die meisten Häftlinge nicht wussten, weshalb sie verhaftet wurden oder unschuldig ohne Beweise festgehalten wurden. In den winzigen Zellen wurde kein großer Wert auf Hygiene gelegt, wodurch sich Krankheiten schnell ausbreiteten. Oft blieben die Insassen so lange gefangen, bis die Gestapobeamten die von ihnen gewünschte Aussage erhielten.

Unser Ausflug hat uns spannende Eindrücke ermöglicht und die Führungen vor Ort waren verständlich und gut gelungen. Insbesondere die Erfahrung, den ehemaligen Gefängniskeller zu betreten und nachzuempfinden, wie es den Gefangenen dort ergangen sein könnte, hinterließ bei allen Kursteilnehmern einen bleibenden Eindruck, der durch das reine Lesen eines Schulbuchtextes nicht in dieser Art entstanden wäre.“