In der Jahrgangsstufe 6 setzt der Unterricht in der zweiten Fremdsprache ein. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Am Löhrtor haben die Wahl zwischen Französisch oder Latein.

Als Entscheidungshilfe folgen hier Darstellungen zu beiden Fächern. Bei weiteren Fragen stehen die Fachlehrer/innen für Französisch und Latein, die Klassenlehrer/innen der Klassen 5 sowie Frau Volkmann als Koordinatorin der Fremdsprachenwahl gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an!

Die Darstellungen der Fächer sollen auf die eine wie auf die andere Sprache Lust machen. Keines der beiden Fächer ist in irgendeiner Hinsicht „wertvoller“ als das andere. Entscheidend bleiben die individuellen Neigungen und Stärken.

Zum Download bieten wir Ihnen hier auch den Wahlzettel. Dieser muss ausgefüllt bis zum 17. März 2016 über die Klassenlehrer/innen zurückgegeben werden.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Ab Klasse 8 können an unserem Gymnasium als dritte Fremdsprache nur Französisch oder Spanisch angewählt werden. Wer also an unserer Schule das Latinum erwerben möchte, muss Latein ab Klasse 6 wählen. Andererseits: Wer einen späteren Schulformwechsel (z. B. an eine Realschule) in Betracht zieht, sollte bedenken, dass man dort nur Französisch als zweite Fremdsprache neben Englisch fortführen kann.

 

Rom, die Hauptstadt Italiens, wurde der Sage nach im Jahre 753 v. Chr. von Romulus in der Landschaft Latium gegründet und gab den Bewohnern, den Latinern, und auch der Sprache den Namen: Latein.

Dieses Latein wurde nicht nur über Jahrhunderte hinweg gesprochen, man hat auch Verträge, Gesetze und literari­sche Werke in dieser Sprache aufgeschrieben – und zwar in dem lateinischen Alphabet, das wir bis heute benutzen.

Im Laufe der Jahrhunderte dehnten die Römer ihr Reich über das gesamte Mittelmeer und sogar bis ins heutige Deutschland aus. Sie hinterließen in diesen Ländern Tempel, Theater, Thermen, Straßen und Brücken. Viele Völker übernahmen auch die Sprache der Römer. Selbst viele Jahrhunderte nach dem Zerfall des Römischen Reiches lebte die lateinische Sprache weiter. Noch heute wird es zum Beispiel im Vatikan, dem Sitz des Papstes in Rom, gesprochen. Und das mittelalterliche Latein, in dem damalige Schriften und Verträge abgefasst wurden, hat sich heute weiter entwickelt zu den romanischen Sprachen: Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch.

Der Unterricht im Fach Latein bringt euch diese Sprache näher. Daneben geht es aber auch um die Zeit, in der Latein von den Römern und anderen Menschen gesprochen wurde: die Zeit der Antike und des Mittelalters. Wir werden uns die antiken Mythen, die Götterwelt, die Lebenswelt der Römer und vieles Andere genauer anschauen! Nicht nur die Sprache, auch die Welt des Latein ist sehr spannend!

Latein - Lernen mit System!

Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit – aber auch Lernen will gelernt sein. Wissen zielgerichtet zu erwerben und zu ordnen, ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten und hilft dir dabei, viel Zeit zu sparen. Gerade beim Erlernen der lateinischen Sprache kannst du solche Fähigkeiten üben: Vokabeln lernst du am besten mit System. Die Grammatik versteht man am besten systematisch!

Außerdem werden im Lateinunterricht Lern- und Arbeitstechniken gefördert, die sowohl für andere Schulfächer als auch für das spätere Berufsleben wichtig sind: Beobachtungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Unterschei­dungsvermögen, sorgfältiges Abwägen von Lösungen, sprachliche Kreativität.

Wenn du Latein lernst, trainierst du zugleich deine Muttersprache. So übst du beim Übersetzen von lateinischen Texten ins Deutsche, genau hinzusehen, geeignete Wörter zu suchen, sie zu prüfen und auszuwählen. So kannst du deine sprachlichen Fähigkeiten verbessern.

Schließlich ist der lateinische Wortschatz (der übrigens sehr begrenzt ist: schon nach 2 – 3 Jahren versteht man die meisten Texte) und die lateinische Grammatik Basis vieler anderer Sprachen (Französisch, Spanisch, Italienisch), wodurch das Erlernen dieser Sprachen erheblich erleichtert wird. Und auch das Erlernen deutscher Fremdwörter (z.B. permutieren), Werbeschöpfungen (dentamed) oder Fachbe­griffe (Kardiologie) wird durch Latein-Kenntnisse vereinfacht.

Hier geht es auch um dich!

Was heißt das eigentlich:

  • Ein wirklich guter Freund zu sein?
  • Glücklich zu leben?
  • Zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden?
  • Für sich und andere Verantwortung zu übernehmen?

Im Lateinunterricht werden wir auch solchen Fragen immer wieder begegnen: Römische Schriftsteller wie Cicero oder Seneca haben sich nämlich über die Antworten darauf sehr oft den Kopf zerbrochen.

Vielleicht hast du dir ja diese oder ähnliche Fragen auch schon einmal selbst gestellt. Sicher hast du bemerkt, dass es schwer ist, darauf wirklich treffende Antworten zu finden.

Die Gedanken der römischen Schriftsteller können dir sicherlich Anregung geben, selbständig eine eigene Antwort auf solche Fragen zu finden.

In Europa ist Französisch nach Deutsch die zweitstärkste Mutter­sprache und nach Englisch die meistgelernte Fremdsprache. Dabei haben deutsche Schüler es beim Vokabellernen nicht allzu schwer: 36 % des franzö­sischen Wortschatzes sind ableit­bar aus dem Deutschen (jeder kennt portemonnaie, croissant, portier, terrasse, vielleicht auch contrôle, fenêtre). Und 16 % des Wortschatzes sind ableitbar aus dem Englischen (wie arrive, dange­reux, changer).

Deutschland und Frankreich sind wichtige Handelspartner. Frank­reich und Deutschland sind Herz und Motor des modernen Europa. Wer Kenntnisse des Französischen nachweisen kann, ist also im Vorteil gegenüber Mitbewerbern bei Berufen, die international ausgerichtet sind. Französisch ist Arbeitssprache in internationalen Organisationen wie UNESCO, Europarat, UNO.

Aber die Kenntnisse einer zweiten lebenden Fremdsprache vermitteln auch die Möglichkeit, sich Kultur und Denkweise unseres Nachbarlandes zu erschließen und dieses Potenzial zu nutzen. Die Kulturnation Frankreich verfügt über ein einzigartiges kulturelles Erbe. Französische Literatur, Musik, Philosophie, Film und Kunst sind faszinierend. Französisch ist nicht umsonst die Sprache der Mode und der Gastronomie. Die französische Lebensweise ist „Exotik vor der Haustür“. Und schließlich zählen zu der Gemeinschaft der französisch-sprachigen Staaten nicht weniger als 55 Staaten in Europa, Afrika und Amerika, ganz abgesehen von den Übersee-Departements Frankreichs (Guadeloupe, Martinique, Ré­union, Französisch-Guyana), die als Teile Frankreichs auch Teile der EU sind!

Probleme im Französichen?

Auf den ersten Eindruck wirkt die – doch eigentlich recht musikalische – Aussprache des Französischen schwierig. Doch sind die Ausspracheregeln im Französischen viel konsequenter und einheitlicher als im Englischen (man vergleiche die Einheitlichkeit von route – doute – pour oder von beurre – heure – peur mit swear – fear – read – head!). 

Französische Wörter sind in Wortfamilien gut strukturiert. Kennt man ein Familienmitglied, sind die anderen leicht zu erkennen (wie ami – Freund, amicalement – freundlich oder fête – Fest). 

Der vom Deutschen abweichende Satzbau erfordert und fördert genaues Arbeiten, logisches Denkvermögen und trainiert das systematische Erfassen von Strukturen. 

Der Französisch-Unterricht

Unsere Lehrwerke sind auf das oberste Ziel der Kommunikationsfähigkeit hin orientiert. Lernsituationen ent­stammen der Umwelt und dem Alltag der Schüler und motivieren zum Sprechen. Mündlichkeit hat Vorrang vor dem Schriftlichen, Rollenspiel und Interaktion vor den schriftlichen Übungen. 

Lernpsychologisch ist ein früher Start des Französisch-Lernens sinnvoll, weil der noch spielerisch-imitierende Zugang zur Sprache in Klasse 6 dem natürlichen Lernen einer Muttersprache am nächsten kommt. 

Für die Schüler-Laufbahn in der Oberstufe des Gymnasiums ist wichtig, dass man mit Französisch einen Schwerpunkt im Bereich der Fremdsprachen setzen kann (anstelle der Naturwissenschaften).